Ein herausfordernder Saisonanfang, aber mit viel Elan

Im Gemeinschaftsgarten Prohlis war in den vergangenen Wochen viel los. An sonnigen Vormittagen und Nachmittagen und während unseres Nachmittags „Kuchen und Gärtnern“, erledigten wir gemeinsam viele der anstehenden Gartenarbeiten. Bei der „Gartenpraxis Vorkultur“ verlief das Pikieren, also das Umpflanzen von Jungpflanzen in größere Töpfe oder ins Freiland, leider nicht wie erhofft. In den darauffolgenden Tagen gingen unsere Tomaten- und Paprikapflanzen sowie andere Setzlinge nämlich leider ein. Kontaminierter Kompost könnte dafür eventuell ursächlich gewesen sein. Auch der Kohlrabi und der Mangold, die wir gemeinsam gepflanzt hatten, wachsen in diesem Jahr langsamer als erwartet, und die ausgesäten Karotten, Spinat und Rettiche keimen nicht so gut wie sonst. Ein bisher schwieriger Start in die Gartensaison, was unsere Pflanzen betrifft, doch die Gemeinschaft bleibt optimistisch und sieht diese Herausforderungen als Gelegenheit, ein tieferes Verständnis für das Gärtnern zu entwickeln. Der späte Frost brachte weitere unangenehme Überraschungen und fügte einigen unserer Pflanzen im Garten Schaden zu. Besonders der Wein, die Kiwipflanzen und der Feigenbaum wurden stark in Mitleidenschaft gezogen, zeigen aber Anzeichen der Erholung. Trotz dieser Rückschläge gibt es auch erfreuliche Entwicklungen.

Unsere Bautage waren ein voller Erfolg. Wir haben einen Unterstand errichtet, um Materialien und Holz in Zukunft trocken zu lagern. Außerdem haben wir im Rahmen der „Woche der Inklusion“ an einer Rampe gearbeitet, um den barrierefreien Zugang zu unserer Komposttoilette zu gewährleisten. Diese Maßnahmen helfen uns, unseren Gemeinschaftsgarten noch funktionaler und inklusiver zu gestalten.

Ein weiterer positiver Aspekt ist der Zuwachs in unserer Gemeinschaft. Bei unseren letzten Gruppentreffen konnten wir drei neue Familien als Mitglieder begrüßen. So blicken wir zuversichtlich auf die kommenden Wochen.

Neues Eingangsschild für den Gemeinschaftsgarten Prohlis: Einladung zum Mitmachen

Am Gemeinschaftsgarten Prohlis erstrahlt ein neues Eingangsschild. Am 9. April trafen wir uns im Gemeinschaftsgarten für einen besonderen „Bautag“. Die Mission? Ein neues Eingangsschild für das Gartentor zu bauen, das einladend wirkt und Lust machen soll bei uns vorbeizuschauen, an Veranstaltungen teilzunehmen und vielleicht ein Teil der Gartengemeinschaft zu werden.

Der erste Schritt bestand darin, alte Paletten für ihre neue Bestimmung als Teil des Gartentors zu demontieren und die Nägel zu entfernen. Um dem Tor einen rustikalen Charme zu verleihen, wurde das Holz abgeflammt. Wir entschieden uns wie auch schon beim Sommercafé dafür, die Buchstaben aus Holzstücken einer Siebdruckplatte zusammenzusetzen. Anschließend wurde das Schild zusammengesetzt und die Buchstaben festgeschraubt.  Schließlich wurden alle Teile des Schildes lasiert und final konnte es an die vorhandene Struktur des Gartentores angebaut werden.

Mit dem neu gestalteten Eingangsbereich möchten wir noch mehr Sichtbarkeit schaffen und die Bewohner*innen von Prohlis neugierig machen, den Garte zu erkunden. Die einladende Ausstrahlung des Eingangsbereichs steht für Offenheit und die warme Atmosphäre des Gartens und lädt jede*n herzlich ein in die grüne Oase von Prohlis einzutreten.

Ein Interkulturelles Zuckerfest: Zusammenkommen und Feiern in Prohlis

Inmitten der grünen Oase des Interkulturellen Gemeinschaftsgartens in Prohlis feierten wir am vergangenen Samstag das Zuckerfest. Diese Veranstaltung wurde gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen des Übergangswohnheims „Alttorna 3K“ und dem „ELBE Magazin“ geplant. Knapp 60 Personen nahmen an diesem Fest teil.

Das Highlight war zweifellos die reich gedeckte Buffettafel, die zum Teil von den Bewohner*innen des Wohnheims Alttorna und zum anderen Teil von den arabischen Mitgliedern des Gemeinschaftsgartens vorbereitet wurde. Dieser kulinarische Reichtum wurde durch die finanzielle Unterstützung von „Willkommen in der Johannstadt e.V.“ ermöglicht, worüber wir sehr dankbar sind.

Auch die anwesenden Kinder kamen mit Spielen, Schminken und selbstgemachter Zuckerwatte auf ihre Kosten. Dank des sonnig warmen Wetters an diesem Tag gab es sogar die erste Wasserschlacht des Jahres, was freudige Kinderstimmen und Lachen durch den Garten hallen ließ. Arabische Musik erfüllte die Luft und ein bunt dekorierter Garten sorgte für ein angenehmes Ambiente, während der ein oder andere Besucher auch kurz zum Tanzen animiert wurde.

Es war ein Fest des Zusammenkommens, des Austauschs und der Freude – wieder einmal wurde deutlich, wie durch gemeinsame Anstrengungen und die Unterstützung von lokalen Initiativen ein Raum geschaffen werden kann, in dem sich Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Lebensweisen willkommen und verbunden fühlen.

Ein Lastenanhänger für Prohlis

Seit März diesen Jahres bietet der Gemeinschaftsgarten Prohlis eine neue Möglichkeit für alle, die schwere Lasten transportieren müssen, aber kein Auto besitzen: die Ausleihe eines Lastenfahrradanhängers. Dieser wurde bereits im Januar von Mitgliedern der Gartengemeinschaft gebaut und steht nun allen Bewohner*innen von Prohlis zur Verfügung.

Der Lastenanhänger ist ein praktisches Transportmittel, das aus recycelten Materialien hergestellt wurde. Diese umweltfreundliche Initiative zielt darauf ab, die Mobilität in Prohlis zu verbessern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren.

Ab sofort kann der Lastenanhänger während der Öffnungszeiten des Gemeinschaftsgartens von jedermann ausgeliehen werden. Egal, ob es um den Transport von Pflanzen, Baumaterialien, Werkzeugen oder Einkäufen geht, der Anhänger bietet eine praktische Alternative zum Auto.

Saisonstart – Aktionen und Aktivitäten der vergangenen Wochen

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Noch vor dem offiziellen Saisonstart Anfang März trafen wir uns zum Gruppentreffen Ende Februar im KIEZ im Prohliszentrum. Unter zahlreicher Beteiligung wurden Ideen ausgetauscht, Pläne für die kommende Gartensaison geschmiedet und anregende Gespräche geführt. Die lebendige Atmosphäre zeigte die gemeinsame Vorfreude auf den bevorstehenden Saisonstart. Vorziehpläne wurden besprochen und Saatgut gesichtet und verteilt. Nach den Wintermonaten warteten die Mitglieder gespannt darauf, ihre Hände endlich wieder in die Erde zu stecken und die ersten Samen für eine neue Gartensaison zu sähen.

Am 5. März war es dann so weit und wir starteten freudig in die neue Saison. Die Mitglieder kamen zusammen, um die ersten zarten Triebe zu begrüßen und die Beete für die kommende Saison vorzubereiten. Unter teilweise strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen wurden Beete gedüngt, erste Samen gesät, gemeinsam gesessen, geplaudert und geplant. Ab nun ist der Gemeinschaftsgarten wieder regelmäßig und mit Begleitung von Fachpersonal drei Mal pro Woche zur offenen Gartenzeit geöffnet. Bereits im Winter bereiteten wir den partizipativen Prozess zur weiteren Gartengestaltung vor.

Am 7. Und 14. März war es dann endlich soweit. Während zwei Workshops im Gemeinschaftsgarten und im Kiez unter professioneller Anleitung zu sozialem Gartendesign und Permakultur entwickelten wir mit der Gruppe erste Überlegungen und Ansätze für die Umgestaltung. Dazu hatten wir im Vorfeld allen Mitgliedern des Gemeinschaftsgarten einen Fragebogen gegeben, in welchem sie formulieren sollten, welche Bedürfnisse ihrer Meinung nach der Garten erfüllen soll. Was ist für uns Veränderung, wie können wir effektiv Ideen sammeln, Pläne entwickeln und Entscheidungen treffen, die das Wohl des Gartens und aller Mitglieder berücksichtigen? Am ersten Nachmittag ging es vor allem um die Gruppe und soziale Bedürfnisse des Gartens und wir haben uns mit Planungs- und Abstimmungsprozessen innerhalb unserer Garten-Community befasst. Im zweiten Teil versuchten sich alle gemeinsam an der Modellierung eines möglichen Modells für unsere Fläche. Durch das Verständnis und die Anwendung von Gruppenprozessen wollen wir eine harmonische und kooperative Zusammenarbeit bei der Gestaltung im Garten fördern.

Neben den Workshop- und Gartenaktivitäten beteiligten wir uns am 11. März mit dem Netzwerk „Prohlis ist Bunt“ zum Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus beim Markt der Möglichkeiten im Stadtmuseum. Gemeinsam mit der Dresdner Stadtverwaltung und vielen weiteren Akteuren und Vereinen (15 Stände u.a. mit: Antidiskriminierungsbüro e.V., Ausländerrat Dresden, Bündnis gegen Rassismus Sachsen, Projekt „Grenzen überwinden“, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, u.v.w.) setzten wir ein Zeichen für Menschenrechte und Menschenwürde und nutzten die Zeit uns kennenzulernen und weiter zu vernetzten.

Am 12.03. lud der Gemeinschaftgarten zur „Gartenpraxis Vorkultur“ ein. Der Tag bot einen praktischen Austausch, Tipps und Techniken zur Aufzucht und zum Vorziehen von Pflanzen, sowie der Stecklingsvermehrung von Beerensträuchern. Für die Gartengemeinschaft wurden an diesem Tag viele verschiedene Pflanzen für eine erfolgreiche Gartensaison mit vollen Beeten vorgezogen, zum Teil für die Fensterbank mit nach Hause genommen oder ins Frühbeet gestellt. An diesem Tag gab es eine rege Teilnahme an den Gartenaktivitäten und an jeder Ecke im Garten wurde fleißig gegärtnert.

Auch unsere gelungene Verbindung von Genuss und Arbeit namens „Kuchen und Gärtnern“ fand am 19.03. wieder ihren Auftakt. Dabei kamen erneut etliche Gartenmitglieder und zwei Gäste zusammen und gemeinschaftlich wurden zahlreiche Gartenarbeiten erledigt.  Anschließend genossen wir den Kuchen und Kaffee.

Im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ öffnete der Gemeinschaftsgarten am 21.03. seine Tore für eine informelle Veranstaltung, die Interessierten die Möglichkeit bot, mehr über unser Projekt zu erfahren. Die Veranstaltung bot die Möglichkeit, direkt mit erfahrenen Mitgliedern ins Gespräch zu kommen und Einblicke in die Funktionsweise und Struktur des Gemeinschaftsgartens zu erhalten. Für die bereits bestehenden Mitglieder markierte das Lagerfeuer mit Stockbrot den offiziellen Start in die Gartensaison. Gemeinsam wurde der Beginn des Frühlings und die Aussicht auf eine produktive und gesellige Zeit im Garten gefeiert.

Start of the season – events and activities over the past few weeks

Even before the official start of the season at the beginning of March, we met for a group meeting at the end of February at the KIEZ in the Prohlis Centre. Ideas were exchanged, plans were made for the coming gardening season and stimulating discussions were held with numerous participants. The lively atmosphere showed the shared anticipation of the upcoming start of the season. Pre-planting plans were discussed and seeds were sifted through and distributed. After the winter months, the members were eagerly waiting to finally get their hands back in the soil and sow the first seeds for a new gardening season.

On 5 March, the time had come and we joyfully started the new season. The members came together to welcome the first tender shoots and prepare the beds for the coming season. Under partly bright sunshine and mild temperatures, beds were fertilised, the first seeds were sown, we sat together, chatted and planned. From now on, the community garden will be open again regularly three times a week for open garden time with the support of specialised staff. During the winter, we prepared the participatory process for further garden design.

On 7 and 14 March, the time had finally come. During two workshops in the community garden and in the neighbourhood under professional guidance on social garden design and permaculture, we developed initial ideas and approaches for the redesign with the group. Beforehand, we had given all members of the community garden a questionnaire in which they were asked to formulate what needs they thought the garden should fulfil. What is change for us, how can we effectively collect ideas, develop plans and make decisions that take into account the well-being of the garden and all members? The first afternoon focussed on the group and social needs of the garden and we looked at planning and coordination processes within our garden community. In the second part, everyone worked together to model a possible model for our space. By understanding and applying group processes, we want to promote harmonious and cooperative collaboration in the design of the garden.

In addition to the workshop and garden activities, we took part in the Market of Opportunities at the City Museum on 11 March with the „Prohlis ist Bunt“ network to kick off the International Weeks against Racism. Together with the Dresden city administration and many other organisations and associations (15 stands including: Antidiskriminierungsbüro e.V., Ausländerrat Dresden, Bündnis gegen Rassismus Sachsen, Projekt „Grenzen überwinden“, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, and many more), we set an example for human rights and human dignity and used the time to get to know each other and network further.

On 12 March, the community garden hosted the „Garden practice pre-culture“. The day offered a practical exchange, tips and techniques for growing and propagating plants, as well as propagating berry bushes from cuttings. On this day, many different plants were grown for the gardening community for a successful gardening season with full beds, some of which were taken home for the windowsill or placed in the cold frame. On this day, there was a lively participation in the garden activities and every corner of the garden was busy gardening

Our successful combination of enjoyment and work called „Cake and Gardening“ kicked off again on 19 March. Once again, several garden members and two guests came together and numerous gardening tasks were completed together. Afterwards, we enjoyed cake and coffee.

As part of the „International Weeks against Racism“, the community garden opened its doors on 21 March for an informal event that offered interested parties the opportunity to find out more about our project. The event offered the opportunity to talk directly to experienced members and gain insights into the functioning and structure of the community garden. For existing members, the campfire with stick bread marked the official start of the gardening season. Together, we celebrated the start of spring and the prospect of a productive and sociable time in the garden.